Teilprojekt 2 - Ligeti in Duisburg

Musische Arbeit mit Förderschülern

Im zweiten Teilprojekt ließen sich 10 Schüler der Buchholzer Waldschule – eine Förderschule mit dem Schwerpunkt „Geistige Entwicklung“ – von Ligeti zu einem eigenen Musikstück inspirieren.

Ein wichtiges Anliegen war es, nicht nur die musikalische Vorstellungskraft der Teilnehmer anzuregen, sondern auch ihre sozialen Fähigkeiten und ihre Konzentration zu stärken. So entwickelten die Förderschüler ihre Musik unter der Leitung von Richard McNicol in gemeinsamer Gruppenarbeit. Dabei ging es darum, aufeinander zu hören, gemeinsam zu beginnen und aufzuhören, das Spiel der anderen in der Gruppe wahrzunehmen und aufeinander zu reagieren. Dieser Prozess des Zusammenspielens in einer Gruppe, der für viele Teilnehmer eine große Herausforderung darstellt, war das eigentliche Ziel der Arbeit.

Improvisation als Mittel zur Kommunikation

Darüber hinaus wurden, wie in den vergangenen Jahren, Workshops für wechselnde Schülergruppen durchgeführt. Ziel war es dabei, vor allem Kinder und Jugendliche mit besonderem Förderbedarf zu erreichen.

So berichtet Richard McNicol: „Die Macht der Musik zeigt sich vielleicht am eindrucksvollsten in der Zusammenarbeit mit Menschen, die eine geistige Behinderung haben. Musik braucht keine Erklärung und bedarf keiner Worte. Sie spricht direkt unsere Gefühle an und vermag uns unabhängig von unseren kognitiven Fähigkeiten zu fesseln. Ein schreiendes Kind wird plötzlich still, die verkrampften Muskeln lösen sich. Ein gerade noch in sich gekehrtes Gesicht überrascht uns mit einem Lächeln. Und die Blicke eines autistischen Jungen, der sich kaum bewegen kann, begegnen unerwartet dem Blick des in seiner unmittelbaren Nähe spielenden Musikers. Ein essentielles Mittel bei dieser Arbeit ist die Improvisation. Der Musiker muss seine ganze Aufmerksamkeit auf die Reaktionen richten, die er mit seinem Spiel hervorzurufen vermag. Er muss flexibel reagieren und jede Gelegenheit nutzen, die es ihm ermöglicht, eine Beziehung zu seinen Hörern oder Mitspielern aufzubauen. Wenn dies gelingt, empfinde ich diese Arbeit als so bereichernd wie kaum eine andere musikalische
Erfahrung.“

Weitere Informationen zum Projekt Ligeti