György Kurtág zum 85. Geburtstag

Ein Projekt des Klavier-Festivals Ruhr zur Vermittlung zeitgenössischer Klaviermusik

Der 1926 geborene György Kurtág gehört zu den faszinierendsten Künstlerpersönlichkeiten des zeitgenössischen Musiklebens. Wie kaum ein anderer verfügt er über die außergewöhnliche Gabe, mit nur wenigen Tönen eine ganze Welt zu erschaffen. Dabei besitzt seine expressive Musik eine gestische Kraft, die den Hörer unmittelbar in ihren Bann zu ziehen vermag.

Bereits 2009 hatte das Klavier-Festival Ruhr ein spartenübergreifendes Education-Projekt zu Kurtágs pädagogischer Klaviersammlung Játékok (Spiele) veranstaltet. Aus Anlass des 85. Geburtstags sollte 2011 die künstlerische und pädagogische Auseinandersetzung mit den Werken des ungarischen Komponisten in einem neuen Format vertieft und erweitert werden.

Video: Education-Projekt - György Kurtág | © 2011

Ende Mai 2011 ehrten Pierre-Laurent Aimard und Tamara Stefanovich den großen ungarischen Komponisten mit einem Hommage-Konzert. Auf dem Programm standen dabei neben ausgewählten Klavierkompositionen von Kurtág auch zweihändige und vierhändige Werke von drei wichtigen Bezugspersonen: Béla Bartók, György Ligeti und Sándor Veress. An der Aufführung waren neben den beiden Ausnahmepianisten auch Studierende der Hochschule für Musik und Tanz Köln sowie junge Klavierschüler beteiligt. Besonders gespannt sein durfte man schließlich auf die Uraufführung von musikalischen Geburtstagsgrüßen, die ausgewählte Komponisten im Auftrag des Klavier-Festivals Ruhr verfassten.

Im Vorfeld des Konzerts haben Pierre-Laurent Aimard und Tamara Stefanovich ausgewählte Stücke mit Studierenden ihrer Klasse an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln und Klavierschülern einstudiert. Die jungen Pianisten im Alter von 6 bis 20 Jahren hatten dabei die außergewöhnliche Möglichkeit, von zwei der renommiertesten Experten im Feld der Neuen Musik in Kurtágs Klangwelt eingeführt zu werden und gemeinsam mit ihnen ein Konzert zu gestalten.

Ergänzt wurde der mehrmonatige Einstudierungsprozess durch Kompositionsworkshops mit dem zypriotischen Komponisten Vassos Nicolaou. Im Rahmen von Gruppenunterricht und Einzelstunden hatten die am Projekt beteiligten Klavierschüler die Möglichkeit, ihre eigenen schöpferischen Fähigkeiten zu erproben und kurze Klavierstücke zu schreiben. Ziel war es dabei, übertragbare Unterrichtsformate zu entwickeln, die Klavierlehrer ermutigen sollen, der kreativen Beschäftigung mit Musik im Instrumentalunterricht einen höheren Stellenwert einzuräumen. Im Vorfeld des Konzerts am Dienstag, den 31. Mai 2011 wurden Ergebnisse aus den Kompositionsworkshops öffentlich vorgestellt.