Polyphonie

Eine Werkwoche mit Oberstufenschülern und Studierenden

Die Goldberg-Variationen von Johann Sebastian Bach gehören zweifellos zu den faszinierendsten Dokumenten polyphoner Kompositionskunst. So ist es nicht verwunderlich, dass sich im Laufe der Jahrhunderte zahlreiche Komponisten mit der Aria und ihren 30 Variationen intensiv befasst haben. 1883 publizierte Josef Rheinberger eine Fassung des Werkes für zwei Klaviere, die sein Kollege Max Reger häufig spielte und eigenhändig revidierte. Beim Klavier-Festival Ruhr 2010 stand diese bemerkenswerte Bearbeitung nicht nur auf dem Programm eines Konzerts von Yaara Tal und Andreas Groethuysen, sondern bildete auch den Bezugspunkt eines Education-Projekts, das im Rahmen von tanzplan essen 2010 veranstaltet wurde.

In einer Werkwoche haben Oberstufenschüler und Studierende das Thema „Polyphonie“ gemeinsam mit der Tänzerin und Choreographin Henrietta Horn und dem Komponisten Vassos Nicolaou aus einer zeitgenössischen Perspektive erkundet und dabei auch eng mit Yaara Tal und Andreas Groethuysen zusammenarbeitet. Während die Tänzerinnen und Tänzer die Polyphonie der Goldberg-Variationen zum Ausgangspunkt ihrer Arbeit nahmen, erforschten die teilnehmenden Musiker neue Möglichkeiten polyphonen Komponierens, die sich durch das Zusammenspiel von Instrumenten und Live-Elektronik ergeben. Zusätzlich zu den Tanz- und Musikworkshops gab es eine Reihe von Veranstaltungen für alle Teilnehmer, die das Thema aus einer interdisziplinären Perspektive beleuchteten. Ausgangspunkt war dabei ein Lecture-Recital, in dem Yaara Tal und Andreas Groethuysen die Goldberg-Variationen vorstellten.

Mit der Werkwoche Polyphonie wurde die 2008 mit der Werkwoche „Etudes“ begonnene Zusammenarbeit mit tanzplan essen 2010 in einem neuen Format fortgesetzt.

Musikalische Bezugspunkte bilden die Goldberg-Variationen:

Eine Einführung in die Goldberg-Variationen durch Yaara Tal und Andreas Groethuysen