Das Programm Archiv Konzert-Archiv 2018 Ausgewähltes Konzert
Sonntag | 10. Juni 2018 | 20:00 Uhr
JazzLine
"Big Band was my first Love"
Till Brönner (Trompete)
Jacob Karlzon
Magnus Lindgren (Saxophone)
WDR Big Band Köln

Setlist:

- Thermo (Hubbard)

- Return to the fold (Brönner)

- Aquelas coisas todas (Horta)

- Paradise open (Lindgren)

- On the horizon (Karlzon)

- Black Nile (Shorter)

- Will of nature (Brönner)

- What is this thing called love? (Porter)

- Blue eyed soul medley

- Distant episode (Brönner)

- Fågel Blå (Henderson/Lindgren)

- In a sentimental mood (Ellington)

 

 

 

„Für mich ist Till einer der besten Jazztrompeter der Welt, wenn nicht der beste“, sagt Magnus Lindgren. Und er kann es beurteilen, kennt er Till Brönner doch schon seit Jahren. Als Instrumentalist (Saxophon, Flöte, Bassklarinette) hat der vielseitige Schwede oft in dessen Band gespielt, für die Alben „At the End of the Day“ (2010) und „Till Brönner“ (2013) schrieb er die Holzbläserarrangements. Und er teilt Brönners Faible fürs Big-Band-Format - dem Motto „Big Band Was My First Love“ kann er ohne Weiteres zustimmen „Für mich“, sagt er, „und sicher auch für Till ist die Big Band im Jazz, was das Sinfonieorchester in der Klassik ist.“ Nur naheliegend also, dass man ihm die musikalische Leitung anvertraut, wenn Deutschlands Top-Jazztrompeter auf die führende Big Band der Republik trifft.

Till Brönner, fünfmal mit dem Echo Jazz ausgezeichnet, einmal für einen Grammy nominiert, und die WDR Big Band, die drei Grammys gewann und erst dieses Jahr in gleich zwei Kategorien Grammy-nominiert ist – wenn das kein jazziges Gipfeltreffen wird! Dass es im Rahmen des Klavier-Festivals Ruhr stattfindet, liegt an der langen Verbundenheit beider Seiten mit dem Festival und seinem Intendant Franz Xaver Ohnesorg. Das kleine Festival im Festival, bei dem Brönner alle zwei Jahre seine „Piano Friends“ präsentiert, hat der JazzLine schon manches Highlight beschert und ist längst zu einer liebgewonnenen Tradition geworden; ebenso die Sonderprojekte, die die WDR Big Band alljährlich für das Klavier-Festival Ruhr konzipiert. Überdies lernten Brönner und Franz Xaver Ohnesorg einander anlässlich eines Big-Band-Projekts kennen: Als der Trompeter in jungen Jahren mal bei einem Konzert der Paul Kuhn Big Band in der Kölner Philharmonie einsprang, begegnete er dem damaligen Intendanten des Hauses, und es begann eine Freundschaft, die bis heute andauert.

Dem Format Big Band fühlt Brönner sich von jeher verbunden, seine Liebe dazu ist älter als sein Interesse an der Musik. Wie es los- und wie es weiterging, erzählt er launig und anekdotenreich in seinem Buch „Talking Jazz“: „Es war sehr verführerisch für mich, wenn im Fernsehen eine Big Band kam. James Last, Horst Jankowski. So, fand ich, müssen Männer aussehen, solche Frisuren, schöne, breite Koteletten, und dazu Smoking tragen. Schwarzer Smoking, manchmal ein weißer, dazu das Gold der Instrumente: Ich war von diesem Anblick hingerissen, bevor ich anfing, auf die Musik zu achten.“ Mit zehn, elf Jahren spielte er Trompete in der Schul-Big-Band, später studierte er Jazztrompete und spielte im Landesjugendjazzorchester NRW, dann im soeben von Peter Herbolzheimer gegründeten Bundesjazzorchester (BuJazzO). In der Big Band lernte Brönner „viel über das Ethos des Big-Band-Musikers: dass man sich unterordnet, mitspielt mit der Band und eben nur dann, wenn man dran ist mit seinem Solo, aufsteht und acht oder 16 Takte lang seinen Punkt zu machen versucht.“ Er lernte es so gut, dass Herbolzheimer ihn schon mal in seine berühmte Rhythm Combination & Brass einlud. In jenen Jahren wäre Brönner am liebsten in die WDR Big Band eingestiegen, die erste feste Stelle aber bekam er im RIAS Tanzorchester (später RIAS Big Band) unter Horst Jankowski, und auch da gab es was zu lernen: „Heute Musical, morgen traditioneller Jazz, übermorgen Schlager, dann wieder richtig moderner Jazz. Mal spielen wie Louis Armstrong, ein andermal wie Freddie Hubbard. Ich habe da eine Menge gelernt über Coolness, Professionalität und mich selber nicht bei jedem Stück so furchtbar wichtig zu nehmen.“ Zur Zusammenarbeit mit der WDR Big Band kam es im Rahmen von Projekten, etwa mit Lalo Schifrin und einem großen Konzert im Rahmen der Expo, Hannover. Bei seinem neunten Auftritt beim Klavier-Festival Ruhr trifft der gebürtige Viersener seit Langem mal wieder auf die Kölner und nimmt sich damit – nach dem Erfolg seines intimen Duoalbums mit Dieter Ilg, „Nightfall“ – etwas umso Größeres vor. Magnus Lindgren, Weggefährte Brönners in vielerlei Situationen, freut sich schon: „Es ist immer so, als spielten wir mit ein und demselben Atem. Till animiert einen zu unglaublich spielerischen Improvisationen, zu echten Dialogen auf der Bühne. Das habe ich schon mitbedacht, als ich mit den Arrangements für dieses Projekt anfing. Mit ihnen will ich für das Spielerische und Improvisatorische einen Rahmen schaffen.“ Und er verrät auch schon ein paar Details zum Programm: „Einigen Stücken, die wir seit Jahren spielen, möchte ich ein breiteres Klangspektrum geben – und natürlich Jacob Karlzon und die großartigen Solisten der WDR Big Band featuren. Bei Freddie Hubbards „Thermo“ zum Beispiel kann ich mir vorstellen, wie außer Till, Jacob und dem Saxophonisten Johan Hörlén noch weitere Solisten durch die Postbop-Harmonien des Stücks fliegen. Bei Tills Original „A Distant Episode“ habe ich allerhand für die Holzbläser geschrieben und dem Stück neue Klangfarben verpasst. Aus Tills Album „Blue Eyed Soul“ schließlich soll es ein Medley geben, bei dem die Big Band losgroovt und mit Till und Jacob klanglich verschmilzt.“

Mit dem Pianisten Jacob Karlzon, der bereits 2014 einmal beim Klavier-Festival Ruhr zu erleben war, ist neben Lindgren einer der renommiertesten Pianisten der schwedischen Jazzszene im Boot. Außerhalb seines Landes machte er in den Nullerjahren als Begleiter der Sängerin Viktoria Tolstoy auf sich aufmerksam, dabei war schon 1992 sein erstes Album erschienen, auf zig weiteren hatte er mitgewirkt. In seiner Musik verbinden sich Pop- und Rockelemente mit Merkmalen des skandinavischen Jazz: Raum, Weite, Melancholie, klare, eindringliche Melodien. Mit der Jacob Karlzon 3 leitet er ein eigenes Trio.

Berthold Klostermann

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