Das Programm Archiv Konzert-Archiv 2016 Ausgewähltes Konzert
mardi | 14. juin 2016 | 20:00 Uhr
Preis: € 45 | 35 | 18
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Joseph Moog
„Träume am Kamin“ auf Schloss Gartrop in Hünxe  

(Westfälische Rundschau, Bettina Schack, 15.06.2016)
Joseph Moog spielte im Rahmen des Klavier-Festivals Ruhr Werke von Busoni, Reger und Debussy. Brillante Spieltechnik des 29-Jährigen.

Bach und immer wieder Bach. Kaum eine Komponistengeneration kam...

 

(Westfälische Rundschau, Bettina Schack, 15.06.2016)
Joseph Moog spielte im Rahmen des Klavier-Festivals Ruhr Werke von Busoni, Reger und Debussy. Brillante Spieltechnik des 29-Jährigen.

Bach und immer wieder Bach. Kaum eine Komponistengeneration kam um das Werk des Thomaskantors herum und es waren gerade diese seine Nachfolger, die Bachs Musik durch eine intensive Auseinandersetzung lebendig hielten. Wenn also das besondere Augenmerk eines Konzert auf Bearbeitungen gerichtet ist, liegt Bachmusik förmlich in der Luft. Das war am Dienstagabend in der Alten Rentei von Schloss Gartrop nicht anders. Joseph Moog, mit seinen 29 Jahren bereits zum vierten Mal umjubelter Gast beim Klavier-Festival Ruhr, begann sein Konzert auf dem Steinway-Flügel mit Ferruccio Busonis Bearbeitung des Choralvorspiels „Nun komm der Heiden Heiland“ in g-moll BWV 659 von Johann Sebastian Bach.

Kein Werk des vor 150 Jahren geborenen Komponisten, das die brillante Spieltechnik Moogs herausforderte, aber eines, das eine weitere Stärke des mit dem Gramophone Classical Musik Award als Nachwuchskünstler des Jahres 2015 ausgezeichneten Pianisten gleich zu Beginn in den Fokus rückte: die Klarheit der musikalischen Gedanken. Joseph Moog verdeutlicht den Wechsel von Melodie-, Verzierung- und Begleitfunktion in jeder Stimme, behält die Übersicht und lässt die Hörer daran teilhaben. Und dies galt für den weiteren Verlauf des Abends, egal, wie der technische Anspruch der Stücke anziehen sollte und mit welcher scheinbar müheloser Virtuosität Moog die Finger über die Tastatur gleiten ließ.

„Tafelmusik“ hat Georg Philipp Telemann mit seinem Menuett für zwei Oboen und Streicher komponiert, Max Reger nahm es als Ausgangspunkt für 23 Variationen zuzüglich eines überleitenden Adagios und einer Fuge. Leicht bekömmlich sollten sie sein, Max Reger selbst verglich sie in Hinblick auf das „einfache Menuett von Telemann“ mit klarem Moselwein. Moog dagegen spielt eben dieses Thema mit ausladender, barocker Pracht - um in den ersten Variationen die Arpeggien übermütig über ihr Ziel herausschießen zu lassen, der Flügel schnurrt dabei fein wie ein Cembalo. Die weitere Abfolge der Variationen wird zum Gang durch die Musikgeschichte: Dramatisches aus der Tiefe à la Beethoven, romantische Hell-Dunkel-Kontraste, schließlich im ersten quasi adagio eine Ankunft in Regers Gegenwart kurz nach Ausbruch des ersten Weltkriegs: die Klänge scheinen in der aufgeheizten Atmosphäre zu stehen, in einem ungewissen Schwebezustand zu verharren. Es geht zurück, mehr „Moselwein“, dann das innehalten, nachdenken und das Fassen der klaren Gedanken in der Musik schlechthin durch die Kunst der Fuge. Diese wird jedoch abgebrochen, ihr Thema aufgewirbelt und mitgerissen von der fulminanten Schlusskadenz.

„Träume am Kamin“ folgten nach der Pause. die die Konzertbesucher bei Sekt und Wild-Currywurst im Schlosspark von Schloss Gartrop verbrachten. Schwebende Klänge, hier und da ein Walzer-Rhythmus, „Reger für alle“ schon in der Idee des Komponisten selbst. Joseph Moog lässt den zwölf Miniaturen L’Isle Joyeuse folgen, die Debussy selbst mit „O Gott, ist das schwer zu spielen“ kommentierte. Moog meistert das Stück mit dem auf das Paradies der antiken Kulthelden anspielenden Titel mit einer ebensolchen Bravour. Für den Applaus bedankte er sich mit gleich zwei Zugaben, einer Bearbeitung nach Scarlatti und seiner eigenen, auf Virtuosität ausgerichteten Version von Gershwins „It’s wonderful“.

 
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