Das Programm Archiv Konzert-Archiv 2016 Ausgewähltes Konzert
lundi | 02. mai 2016 | 20:00 Uhr
Essen | Philharmonie Essen | Alfried Krupp Saal
Preis: € 75 | 65 | 55 | 45 | 25 | Stehplatz € 12
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Marc-André Hamelin
Preisträger des Klavier-Festivals Ruhr 2013
Wo Haydn zum Philosophen wird  

(WAZ, Martin Schrahn, 04.05.2016)
Oberflächlich betrachtet gibt es in Konzerten von Marc-André Hamelin nichts geschenkt. Weil der kanadische Pianist gern schwergewichtige, oft unbekannte Musik ins Programm nimmt, die vom Publikum unbedingte...

 

(WAZ, Martin Schrahn, 04.05.2016)
Oberflächlich betrachtet gibt es in Konzerten von Marc-André Hamelin nichts geschenkt. Weil der kanadische Pianist gern schwergewichtige, oft unbekannte Musik ins Programm nimmt, die vom Publikum unbedingte Aufmerksamkeit verlangt. Weil Hamelin zudem seine Virtuosität nicht zur Schau stellt, sondern bescheiden im Dienste eines jeden Werkes spielt. Und weil er allzu Bekanntem erstaunliche, ja bisweilen irritierend neue Facetten entlockt.

Wer sich dem aber hingibt, den genaueren Blick riskiert, wird reich beschenkt. Das durfte das Publikum nun beim Klavierfestival Ruhr erfahren. Hamelins Gastspiel ist ein Fest in Sachen Klangsensibilität, hervorgerufen durch höchst kunstvolle Anschlagsnuancen, und ein Beispiel dafür, wie sich technisches Können und Ausdruckstiefe aufs Schönste vereinen.

Wenn also Hamelin in Essens Philharmonie Haydns späte Es-Dur-Sonate interpretiert, wird daraus eine nahezu dramatische, stark reflektierende Musik, herangerückt an die Moderne Beethovens. Mag Haydns Witz zurückgedrängt sein, wird er dafür zum Philosophen geadelt. Und wenn der Pianist Brahms spielt, hier die 3. Sonate, begibt sich Hamelin in die Klüfte seelischer Befindlichkeiten, in dunkle Abgründe, setzt harsche Ausbrüche gegen zarte Trostlyrik. Wie ein ungeschliffener Felsbrocken wirkt diese Musik.

Alles hat Bedeutung, alles ist Klang. Der Solist sieht Haydns Klassik und Brahms’ Romantik als Wegweiser zu einer Moderne, die sich in Busonis nahezu futuristischer „Sonatina seconda“ ungehemmt Bahn bricht. Ohne Takt und Tonart strömt die Musik dahin, grollend, bisweilen implodierend, grüblerisch, ziellos.

Ein großer Abend

Meisterhaft gibt Hamelin dem orchestral anmutenden Geflecht Kontur. Wie er andererseits den lichteren, einsätzigen Sonaten Samuil Feinbergs eine wunderbar innere Reinheit schenkt. Und uns damit einen großen Abend beschert.

 
Marc-André Hamelin ist verliebt in einen ideenreichen Musiker  

(Ruhr Nachrichten, Karsten Mark, 03.05.2016)
Wenn Marc-André Hamelin auftritt, ist eigentlich klar, dass es wieder etwas Neues zu entdecken gibt - Ausgrabungen der Klaviermusik sozusagen. Beim Klavier-Festival Ruhr war er am Montag zum 13. Mal zu...

 

(Ruhr Nachrichten, Karsten Mark, 03.05.2016)
Wenn Marc-André Hamelin auftritt, ist eigentlich klar, dass es wieder etwas Neues zu entdecken gibt - Ausgrabungen der Klaviermusik sozusagen. Beim Klavier-Festival Ruhr war er am Montag zum 13. Mal zu Gast. Und in der Tat gab es in der Philharmonie Essen auch Raritäten zu hören: kurze frühe Sonaten des ukrainisch-jüdischen Pianisten Samuil Feinberg etwa.

Hamelin errichtet ihm kein nachträgliches Denkmal, er teilt schlicht die Freude und Faszination über wiederentdeckte pianistische Kleinode mit dem Publikum. Feinbergs erste beiden Sonaten von 1915 und 1916 sind Zeugnisse eines vor Ideen und Improvisationsfreude strotzenden jungen Musikers, der vom Farben- und Harmonienreichtum der Impressionisten beeindruckt war. Hamelin widmet sich mit großer Detail- und Klangverliebtheit diesen zu Unrecht vergessenen, aber sicher nicht epochal bedeutsamen kleinen Stücken.

Klassik und Romantik

Größeres historisches Gewicht, aber doch ebenso wenig Bekanntheit genießen Busonis Kompositionen. In Essen spielte er die "Sonatina seconda" von 1912.
Bemerkenswerter für Hamelin-Fans aber dürfte sein, dass der Franko-Kanadier mit 54 Jahren zunehmend seinen Schwerpunkt auf die großen Klassiker und Romantiker legt.

Zart und dramatisch

Von Haydn und Brahms stammten die Hauptwerke des Abends. Haydns "Englische Sonate" vermittelt einen guten Eindruck von der Begeisterung des alten Meisters für die technisch-virtuosen Möglichkeiten des Hammerflügels.

Brahms' f-moll-Sonate hingegen ist das Werk eines 20-jährigen Heißsporns und glühenden Romantikers. Gewaltige, sinfonisch donnernde Ecksätze und ein zart schwärmerisches "Andante espressivo" stecken eine gewaltige dramatische Fallhöhe ab, die Hamelin genuss- und wirkungsvoll ausreizt. Ein durchweg beeindruckender Abend beim Klavier-Festival Ruhr.

 
Ein Virtuose neuen Schlages  

(Recklinghäuser Zeitung, Bernd Aulich, 04.05.2016)
Spitzenpianist Marc-André Hamelin huldigt Busoni und Brahms beim Klavierfestival Ruhr

Es gibt keine technische Tücke, die der Pianist Marc-André Hamelin mit der fingerfertigen Rasanz seines...

 

(Recklinghäuser Zeitung, Bernd Aulich, 04.05.2016)
Spitzenpianist Marc-André Hamelin huldigt Busoni und Brahms beim Klavierfestival Ruhr

Es gibt keine technische Tücke, die der Pianist Marc-André Hamelin mit der fingerfertigen Rasanz seines ausdrucksreichen Spiels nicht blendend zu meistern verstünde. Der 54-jährige Frankokanadier ist einer der bedeutendsten Virtuosen der Gegenwart. Aber keiner des bloß auf äußeren Glanz erpichten konventionellen Schlages.

Pompöse Auftritte sind seine Sache nicht. Hamelin liebt es diskret. Er ist ein Pianist für Kenner, die sein diskretes und doch erfrischend lichtes Spiel zu schätzen wissen. Er ist der Meister einer Virtuosität neuen Schlages, wenn es gilt komplexe Strukturen aufzulichten. Sie quasi von innen zu erhellen. Klarheit im Ausdruck als französische Tugend gilt diesem Spitzentechniker als Herzensanliegen.

Bei seinem 13. Auftritt beim Klavierfestival Ruhr war in der Essener Philharmonie mit vielen lichten Reihen nicht die Turbo-Rasanz gefragt, die Hamelin traumhaft sicher beherrscht wie kaum einer sonst. Hier vermochte Hamelin ganz andere Tugenden ausspielen: Esprit bei Haydn, entrücktes Legato bei Busoni, die hohe Kunst verfeinerter Phrasierung bei Samuil Feinberg und eine extreme Dynamik von berstender Spannung bei Brahms.

Zwei Sonaten, ein Exempel klassischer und eines romantischer Meisterschaft, rahmten einen Vorstoß in die neuen Ausdrucksmöglichkeiten der Moderne, zu der Brahms das Tor weit aufstieß. Haydns letzte Es-Dur-Sonate spielt Hamelin scharf akzentuiert. Selbst die Glöckchen-Melodik der punktierten Sechzehntel wirkt bei ihm nicht dekorativ vertändelt. Die Nähe zu Haydns Londoner Sinfonien findet bei Brahms in der fünfsätzigen dritten Sonate in f-Moll eine Parallele durch den Zug in sinfonische Dimensionen. Grandios, wie Hamelin hier die Spannung wahrt in der verästelten Variation sich stetig fortentwickelnder kleinster melodischer Keimzellen. Und wie er die Dynamik ausreizt im entfesselten Losstürmen der ersten Takte, den mächtigen Oktavsprüngen des ersten Satzes, dem abrupten Innehalten, dem endlosen Verweilen im erfrischend unsentimentalen Nachtgemälde des Andante espressivo und im wuchtigen, nie ins Bombastische abdriftenden Finale.

Das innere Rumoren basslastiger dissonanter Akkordreibungen in Ferruccio Busonis im Geiste der Improvisation entstandener Sonata seconda von 1911 gelingt Hamelin beim Spiel vom Blatt weniger schwebend, dafür enorm dicht. Und die 1915 und 1916 ebenfalls nach Improvisationen aufgezeichneten ersten beiden Sonaten des russischen Meisters Samuil Feinberg geraten zu einem unendlichen melodischen Fluss mit Momenten voller Eleganz.

 

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