Das Programm Archiv Konzert-Archiv 2016 Ausgewähltes Konzert
lundi | 25. avril 2016 | 20:00 Uhr
Preis: € 60 | 50 | 30 | 20
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The Pianos Trio
Naturgewalten  

(Westfälischer Anzeiger, Elisabeth Elling, 27.04.2016)
Das Pianos Trio beim Klavierfestival in Duisburg

Sie haben eine Neigung zu Naturgewalten, und sie können dazu einiges aufbieten. Die drei italienischen Pianisten des Pianos Trio sitzen an den...

 

(Westfälischer Anzeiger, Elisabeth Elling, 27.04.2016)
Das Pianos Trio beim Klavierfestival in Duisburg

Sie haben eine Neigung zu Naturgewalten, und sie können dazu einiges aufbieten. Die drei italienischen Pianisten des Pianos Trio sitzen an den imposanten Steinway-D-Modellen, die auf der Gebläsehallen-Bühne im Duisburger Landschaftspark Nord zusammengeschoben sind. Eine ungewöhnliche Besetzung, für die Carlo Maria Griguoli die meisten Werke eingerichtet hat. Gut fünfeinhalb Meter entfernt von ihm greift gegenüber Alessandro Stella in die Tasten, dazwischen spielt Giorgia Tomassi.

Claude Debussys „La Mer“ (1903) wird von ihnen regelrecht entfesselt, nachdem Johannes Brahms‘ „Akademische Festouvertüre“ zum Einhören in den besonderen Klang der drei Flügel da war. Die sinfonische Dichtung wirkt hier als Bearbeitung und ohne den großen Orchesterapparat, also ohne Harfensäuseln, Streicherwogen, asiatischem Gong und finalem Paukenschlag, erst einmal matt und trocken. Fehlen die impressionistischen Klangfärbereien, tritt dafür das musikalische Material umso deutlicher hervor: Debussys kühne Aufwühlungen, seine freien Motive, sein Interesse an pentatonischer Harmonik. Auch im spröderen Klavier-Klangbild schimmert das Meer, die Wellen brodeln, rollen, spritzen.

Ungleich brachialer geht es in dem Stück „Vaalbara für drei Klaviere“ zu, einer Originalkomposition von Carlo Boccadoro für das Pianos Trio. Der Name bezieht sich auf einen Urkontinent, der als schwer fassliches, von berstender Energie vibrierendes Gebilde aufflackert. In den Bässen der drei Flügel gurgelt eine Ursuppe, bewegt von wuchtigen seismischen Wellen; darüber zeichnet sich immer wieder eine scharfkantige Tonfolge ab.

Tomassi, Stella und Griguoli bilden in blindem Einvernehmen auch hier einen homogenen Klangkörper, sie suchen kaum einmal Blickkontakt untereinander. Ihre Instrumente stehen in der Mitte zusammen, die Deckel sind abgenommen, so dass der Klang kaum einmal Räumlichkeit entfaltet. Dennoch produzieren die Pianisten auch in mittleren und tiefen Lagen durchhörbare Tiefenschärfen. Für einen besonders transparenten Effekt greift Giorgia Tomassi einmal auch direkt in die Saiten: die Bedrängnis von Paul Dukas‘ „Zauberlehrling“ löst sich in vier Harfentönen auf.

Ganz andere Töne schlägt das Pianos Trio mit einem Potpourri aus Dmitri Schostakowitschs Revue „Moskau, Tscherjomuschki“ (1959) an. Entstanden nach Stalins Tod in einer politischen Tauwetterperiode, werden in dem Bühnenwerk hoffnungsfrohe junge Paare auf Wohnungssuche in einer Moskauer Trabantenstadt mit der real existierenden Misswirtschaft konfrontiert. Griguolis Arrangements bilden – für Schostakowitsch ungewöhnlich leicht gesinnte – Szenen ab, die er mit seinen Trio-Partnern hoch virtuos und elegant musiziert: aufgekratztes Straßenleben, ein schmachtendes Lied ohne Wort, Kabbeleien mit Slapstick-Qualitäten und am Ende sogar Operetten-Schmäh.

 
Drei Klaviere entfachen wuchtiges Klanggestöber  

(WAZ, Pedro Obiera, 27.04.2016)
In der Geblässehalle: Technisch souverän arbeiten sich Giorgia Tomassi, Carlo Maria Griguoli und Alessandro Stella an Bearbeitungen von Orchesterwerken ab

„The Pianos Trio“: Hinter dem holprigen Namen verbergen sich...

 

(WAZ, Pedro Obiera, 27.04.2016)
In der Geblässehalle: Technisch souverän arbeiten sich Giorgia Tomassi, Carlo Maria Griguoli und Alessandro Stella an Bearbeitungen von Orchesterwerken ab

„The Pianos Trio“: Hinter dem holprigen Namen verbergen sich zwei Herren und eine Dame aus Italien, die sich zu einem „Klaviertrio“ im wahrsten Sinne des Wortes zusammengefunden haben. An drei Klavieren arbeiteten sich die Musiker jetzt beim ersten Duisburger Konzert der 2016-er Ausgabe des Klavier-Festivals Ruhr in der ausverkauften Gebläsehalle im Landschaftspark Nord mit Vehemenz und beeindruckender Spielfertigkeit an Partituren ab, die, von einer Ausnahme abgesehen, ursprünglich dem Orchester vorbehalten sind.

Dynamische Sprengkraft

Was das klangliche Volumen und die dynamische Sprengkraft angehen, können es drei kraftvoll traktierte Flügel durchaus mit einem stattlichen Orchester aufnehmen. Der Mangel an Originalliteratur bleibt dennoch ein Problem. Letztlich macht es wenig Sinn, hinreichend bekannte und raffiniert instrumentierte Orchesterstücke wie die „Akademische Fest-Ouvertüre“ von Johannes Brahms oder „Zauberlehrling“ von Paul Dukas für drei Tasteninstrumente zu transkribieren. Das Missverhältnis zwischen massiven tiefen bis mittleren und dünnen höheren Registern führt zu einer Benachteiligung der melodieführenden Stimmen. Das Ergebnis sind gewaltige, wenig transparente Klangmassen, die ein so delikat gestricktes Werk wie Claude Debussys „La Mer“ geradezu ad absurdum führen. Die filigranen Linien klingen stark vergröbert, gehen teilweise in wulstigem Klanggestöber unter. Die ironisch eingeflochtenen Zitate banaler Studentenlieder in Brahms‘ Akademischer Fest-Ouvertüre haben es ebenso schwer, sich durchzusetzen und Dukas‘ berühmter „Zauberlehrling“ lebt nicht zuletzt von der farbigen Instrumentation. Der Effekt, den Dukas etwa mit den Fagotten zum Besenspuk erzielt, verpufft im Klavierklang.

Lupenreines Zusammenspiel

Es verwundert nicht, dass das einzige Originalwerk des Abends, Carlo Boccadoros „Vaalbara“, von hochvirtuosem Laufwerk und lawinenartig niederprasselnden Akkordkaskaden bestimmt wird. Kompliment für die technische Souveränität und das lupenrein homogene Zusammenspiel, womit Giorgia Tomassi, Carlo Maria Griguoli und Alessandro Stella das für Martha Argerichs Festival in Locarno komponierte und vor drei Jahren uraufgeführte Virtuosenstück bändigen. Und auch vier überrumpelnd temperamentvolle Auszüge aus Schostakowitschs pfiffig-frecher Operetten-Suite „Moscow-Cheryomushki“ verfehlen ihre Wirkung nicht.
Tastenakrobatik mit einigem Unterhaltungswert, aber ohne Nährwert und besonderen Reiz, wenn es um Transkriptionen feiner gewirkter Musik geht. Auch der derzeitige Boom, alles für jede Besetzung umzuschreiben, hat seine Grenzen. Der begeisterte Beifall war dennoch verdient.

 
Klavier-Festival: Drei Flügel füllen die Gebläsehalle  

(Rheinische Post, Ingo Hoddick, 27.04.2016)
Endlich hat das Klavier-Festival Ruhr 2016 auch für Duisburg begonnen. In der ausverkauften Gebläsehalle im Landschaftspark Nord gastierte "The Pianos Trio" mit Giorgia Tomassi, Carlo Maria Griguoli und...

 

(Rheinische Post, Ingo Hoddick, 27.04.2016)
Endlich hat das Klavier-Festival Ruhr 2016 auch für Duisburg begonnen. In der ausverkauften Gebläsehalle im Landschaftspark Nord gastierte "The Pianos Trio" mit Giorgia Tomassi, Carlo Maria Griguoli und Alessandro Stella. Seit 2010 begeistert das italienische Ensemble bei Martha Argerichs Festival in Lugano, jetzt spielte es erstmals beim Klavier-Festival und auch das erste Mal in unserer Stadt.

Im Mittelpunkt seiner Programme stehen Orchesterwerke vor allem des 20. Jahrhunderts, die Griguoli für drei Klaviere bearbeitet. Die Akademische Festouvertüre c-Moll op. 80 von Johannes Brahms und noch mehr "La mer" von Claude Debussy wirkten hier noch ziemlich verwässert, auch durch reichlichen Pedalgebrauch. Nach der Pause erschienen die Konturen deutlich klarer, nämlich das Scherzo "L'apprenti sorcier" nach Goethes Ballade "Der Zauberlehrling" von Paul Dukas und fröhliche vier der 39 Nummern aus der Operette "Moscow-Cheryomushki" op. 105 von Dmitri Schostakowitsch. Dieses Stück verdankt seinen Namen der Trabantensiedlung "Traubenkirsche", die 1956 im Südwesten Moskaus errichtet wurde und als Vorzeigeobjekt des modernen Wohnungsbaus galt. Es geht darin um falsche Propaganda, Baumängel, Funktionärsgehabe und Neid.

Vorher kam aber noch das einzige Originalwerk des Abends, "Vaalbara" (2013) von dem 1963 geborenen Carlo Boccadoro. Der Titel des mitreißenden, fast jazzigen Werks stammt von jenem versunkenen Kontinent, der vor über zweieinhalb Milliarden Jahren auf der Erde existiert haben könnte. Bei den beiden passenden Zugaben, darunter der Cancan aus der Operette "Orpheus in der Unterwelt" von Jacques Offenbach, war das Trio auf der Höhe seiner Fähigkeiten angelangt.

 

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