Das Programm Archiv Konzert-Archiv 2016 Ausgewähltes Konzert
Donnerstag | 19. Mai 2016 | 20:00 Uhr
Preis: € 75 | 65 | 55 | 45 | 25
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Daniil Trifonov
Daniil Trifonov bezaubert mit der Pranke des Virtuosen  

(WAZ, Pedro Obiera, 20.05.2016)
„Wunderpianist“: der gerade einmal 25-jährige Russe Daniil Trifonov

Der 25-jährige Russe Daniil Trifonov hat beim Klavierfestival Ruhr wieder einmal sein Ausnahmetalent unter Beweis gestellt.

Prädikate wie...

 

(WAZ, Pedro Obiera, 20.05.2016)
„Wunderpianist“: der gerade einmal 25-jährige Russe Daniil Trifonov

Der 25-jährige Russe Daniil Trifonov hat beim Klavierfestival Ruhr wieder einmal sein Ausnahmetalent unter Beweis gestellt.

Prädikate wie „Wunderpianist“ oder „der neue Horowitz“ werden zwar inflationär bis zur Bedeutungslosigkeit verstreut. Treue Besucher des Klavier-Festivals Ruhr konnten sich jetzt jedoch im Dortmunder Konzerthaus zum vierten Mal davon überzeugen, dass der gerade einmal 25-jährige Russe Daniil Trifonov selbst in der obersten Pianisten-Liga eine besondere Stellung einnimmt.

Ein gewaltiges Pensum stemmte der Musiker und stellte an sich wie auch an sein Publikum höchste Anforderungen. Asketisch streng startete Trifonov mit Johannes Brahms‘ Bearbeitung der berühmten Violin-Chaconne in d-Moll von Johann Sebastian Bach „für die linke Hand“. Mit äußerster Konzentration und Disziplin legte Trifonov die polyphonen Strukturen des Stücks frei, formte die melodischen Linien ausdrucksvoll, ohne sich einen einzigen romantisierenden Ausrutscher zu erlauben. Mit ähnlicher Zurückhaltung gestaltete er die introvertierte, lyrisch geprägte Sonate in G-Dur D 894 von Franz Schubert. Den fantasieartig freien Verlauf des Kopfsatzes nutzte er zu einem inneren Monolog von einer radikal in sich gekehrten Intimität, die er im Andante noch steigerte. Und selbst das beschwingte Final-Allegretto nahm Trifonov so ernst, dass sich kein unverbindlicher Ton einschlich. Eine Schubert-Interpretation wie aus einem Guss auf höchstem Niveau, wenn auch insgesamt herber und teilweise kühler als die Schubert-Offenbraungen, mit denen Krystian Zimerman vor einigen Tagen in Essen begeisterte.

Das hätte für den ersten Teil gereicht. Doch Trifonov schob noch die nicht nur technisch extrem schwierigen Paganini-Variationen von Brahms ein. Hier ließ er die Pranke des Virtuosen anklingen, allerdings so fein und pointiert dosiert, auch in den massiven Akkordballungen der ersten Variationen, dass sie ihre Aufgabe als Diener des musikalischen Gehalts nie aufgab. Und wenn sich die Klänge am Ende in geradezu surreal anmutende Gespinste auflösen, entfacht Trifonov mit seiner subtilen Anschlagskultur ein klingendes Glasperlenspiel, als habe Debussy seinem Hamburger Kollegen die Hand geführt.

Achtzig Minuten musizierte Trifonov da schon. Und es stand nach der Pause noch Sergej Rachmaninows sperrige, gut 40-minütige Klaviersonate Nr. 1 bevor, an deren Wert der Komponist selbst zweifelte, der sich Trifonov aber seit geraumer Zeit mit besonderem Interesse widmet. Drei große Sätze, inspiriert von den drei Protagonisten des „Faust“, gäben dem Musiker Gelegenheit, seine unbegrenzten spieltechnischen Mittel mit circensischer Brillanz zu demonstrieren. Doch es schien, als schöbe Trifonov die manuellen Gemeinheiten mit spielerischer Gelassenheit beiseite, um sich ganz der musikalischen Aussage zu widmen. Das Klanggeflecht konnte noch so dicht sein: Trifonov entwirrte es mit entwaffnender Natürlichkeit. Auch wenn mehr als zehn Finger am Werke zu sein schienen, verdickte sich der Klang nie zu einer plumpen, lärmenden Masse. In jedem Takt begnügte er sich mit dem Selbstverständnis eines denkenden, spieltechnisch absolut perfekten Gestalters.

Verdiente Ovationen nach einem langen, ereignisreichen Abend.

 
Klavierfestival Ruhr - Unglück im Saal brachte Trifonov nicht aus der Ruhe  

(Ruhr Nachrichten, Jutta Gaß, 20.05.2016)
"Beim Klavierspielen erreiche ich einen Zustand, in dem mich nichts stören kann: kein Mobiltelefon im Saal, kein Geräusch, keine Bewegung im Publikum" hat Daniil Trifonov im Interview im aktuellen "Spiegel"...

 

(Ruhr Nachrichten, Jutta Gaß, 20.05.2016)
"Beim Klavierspielen erreiche ich einen Zustand, in dem mich nichts stören kann: kein Mobiltelefon im Saal, kein Geräusch, keine Bewegung im Publikum" hat Daniil Trifonov im Interview im aktuellen "Spiegel" gesagt. Das stimmt offenbar, denn beim Auftritt des jungen Shooting-Stars der Klavierszene am Donnerstag beim Klavier-Festival Ruhr im fast ausverkauften Konzerthaus Dortmund gab es jede Menge Unruhe.

Ein Besucher auf der Orgelempore brach zusammen, stürzte mitten im Konzert auf der Treppe. Helfer und Ärzte wuselten über die Empore, trugen den Mann nach draußen, später hörte man im Saal das Martinshorn des Krankenwagens. Und Trifonov spielte ganz ruhig weiter Schubert - wie aus einer anderen Welt. Dem Mann ginge es besser, beruhigte Festival-Chef Franz-Xaver Ohnesorg nach der Pause.

Viel Tiefgang
25 Jahre jung ist Trifonov und einer der besten Pianisten - nicht nur seiner Generation. Tiefgang hat das, was er spielt. In Schuberts sonniger, kleiner G-Dur-Sonate, die er zu etwas ganz Großem machte, ebenso wie in der virtuosen Artistik von Brahms' Paganini-Variationen.

Noch tiefer nach vorn gebeugt als sein Vorbild Sokolov sitzt dieser Klang-Künstler über den Tasten, berührt manchmal fast mit der Stirn den Flügel. Und dann entsteht traumhaft schöne, gefühlvolle und klug durchdachte, mannigfaltig schattierte Musik. Eine überlegene Technik hat der Russe und viel Kraft. In Brahms' Bearbeitung einer Bach-Partita für die linke Hand (und viel rechten Pedalfuß) hörte man das. Und am Schluss in Rachmaninows "Faust"-Sonate.

Faszinierend und großartig
Rachmaninow, gerade auf CD eingespielt, liegt Trifonov zurzeit besonders. Im Mittelsatz ließ er ein Gretchen singen, das an Schuberts "Gretchen am Spinnrad" erinnerte, und das Mephisto-Finale war virtuoses Hexenwerk mit viel Gehalt. Absolut faszinierend und großartig.

 
Ein Akrobat an den Tasten  

(Recklinghäuser Zeitung, Bernd Aulich, 21.05.2016)
Spitzenvirtuose Daniil Trifonov beim Klavierfestival

Dieser Pianist ist eine Sensation. Gibt es spieltechnisch überhaupt noch etwas, was bei Daniil Trifonov nicht durch mitreißende Bravour erglüht?...

 

(Recklinghäuser Zeitung, Bernd Aulich, 21.05.2016)
Spitzenvirtuose Daniil Trifonov beim Klavierfestival

Dieser Pianist ist eine Sensation. Gibt es spieltechnisch überhaupt noch etwas, was bei Daniil Trifonov nicht durch mitreißende Bravour erglüht? Der gerade mal 25-jährige russische Tastenakrobat geht bis an die Grenzen. Und nur zu gern noch ein Quentchen darüber hinaus, wenn es der rauschhafte Überschwang hergibt.

Und selbst im Rausch bleibt sein Spiel minuziös genau. Die hohe Kunst der Gestaltung geht darüber nicht verloren. Der artistische Hochseilakt dieses Turbovirtuosen gilt zu allererst der Klangkunst. Nichts davon wirkt selbstgefällig.

Erst vor fünf Jahren räumte dieser Überflieger die ersten Preise beim Arthur-Rubinstein-Wettbewerb in Tel Aviv und beim Moskauer Tschaikowsky-Wettbewerb ab. Horowitz nennt er als Vorbild, aber auch den französischen Klangpoeten Alfred Cortot, seinen introvertierten russischen Landsmann Grigory Sokolov und die Großmeisterin Martha Argerich. Sein vierter Auftritt beim Klavierfestival Ruhr riss das Publikum zu stürmischen Ovationen hin.

Katzbuckelnd stemmt sich Trifonov hinein in einen tollkühnen Taumel. Als Berserker sucht er die Zuspitzung. Das Extrem versteht er bis ins Letzte auszureizen. Vor allem in der maßlos gespreizten Dynamik aberwitziger Rubati. Trifonov beschleunigt und bremst im nächsten Augenblick jäh ab. Er lässt es mächtig donnern und im Bruchteil einer Sekunde darauf gibt er sich zartestem Filigran hin.

Das funktioniert ekstatisch in Sergej Rachmaninows erster Sonate. Trifonov kehrt allen Schwulst zur Seite. Die mangelnde musikalische Substanz auch der revidierten Fassung, die selbst dem Komponisten schwante, kann freilich auch dieser Pianist kaum verhehlen. Dafür entdeckt er die exzessive Seite dieser Musik und steigert sie vom grübelnden faustischen Eingangsmotiv zu Beginn zu explosivem Fieberwahn im mephistofelischen Hexensabbat des Finalsatzes.

Und es funktioniert nicht minder vortrefflich im ersten der beiden Variationszyklen von Brahms über Paganinis tollkühne letzte Caprice. Was für einen Furor entfacht Trifonov hier in überwältigender Rasanz. Wie gestochen klar, keineswegs gekünstelt wirkt dagegen in faszinierend polyphoner Anmutung die von Brahms für die linke Klavierhand bearbeitete berühmte Violin-Chaconne aus Bachs d-Moll-Partita.

Schuberts G-Dur-Sonate hat bei Trifonov nichts Welterschütterndes. Hier gelingt ihm eine schillernde Klangschattierung in der sanft schwebenden Fantasie des ersten Satzes. Unterschwelliger Jubel und herbe Akkorde – Trifonov weiß auch im extrem gedehnten statischen Verharren um die subtile Seite romantischen Überschwangs. Das legitimiert den gesteigerten Blick aufs Detail zu Lasten des großen Ganzen.

 

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