Sunday | 16. July 2017 | 11:00 Uhr ohne Pause
Verpasste Gelegenheiten
Uraufführung eines Auftragswerks des Klavier-Festivals Ruhr
Hanni Liang
Manfred Trojahn (Komposition)
Michael Krüger (Text und Rezitation)
Hanni Liang  

Hanni Liang wurde 1993 in Bielefeld geboren und stammt aus einer Nicht-Musikerfamilie. Ihren ersten Klavierunterricht erhielt sie im Alter von acht Jahren und wurde nach rasanten Fortschritten als Jungstudentin in die Klavierklasse von Prof. Barbara Szczepanska aufgenommen. Ihren Bachelor Abschluss in Musik und einen zusätzlichen Abschluss in Medienmanagement absolvierte Hanni an der Robert Schumann Musikhochschule, sowie an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Dort unter...

 

Hanni Liang wurde 1993 in Bielefeld geboren und stammt aus einer Nicht-Musikerfamilie. Ihren ersten Klavierunterricht erhielt sie im Alter von acht Jahren und wurde nach rasanten Fortschritten als Jungstudentin in die Klavierklasse von Prof. Barbara Szczepanska aufgenommen. Ihren Bachelor Abschluss in Musik und einen zusätzlichen Abschluss in Medienmanagement absolvierte Hanni an der Robert Schumann Musikhochschule, sowie an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Dort unter maßgeblichen Einfluss von Prof. Bernd Goetzke.

Zahlreiche Preise und Konzerte folgten. Darunter erste Preise beim „Rotary Klavierwettbewerb“, beim „Van Bremen Klavierwettbewerb“ und beim „Concorso Pianistico Internazionale di Roma“. Konzerte führten Sie unter anderem nach Österreich, China, Spanien, Italien und Polen, wo sie beim internationalen Chopin Festival in Warschau oder beim Tianjin Klavier Festival konzertierte. Außerdem reist sie regelmäßige für Auftritte in die Schweiz, wie zum Beispiel zum BSI Engadin Musikfestival, sowie zu weiteren ausgezeichneten Musikfestivals Deutschlands, wie dem Klavier-Festival Ruhr, Best of NRW, Schumannfest und den Gezeitenkonzerten. Zuletzt spielte sie in der Forbidden City Concert Hall in Peking, der Tianjin Concert Hall und der Qintai Concert Hall in Wuhan.

2010 wurde sie zum Young Steinway Artist gekürt, zusammen mit dem Steinway Förderpreis. Des Weiteren erhielt sie Stipendien unter anderem von der Dörken Stiftung, der Gesellschaft Westfälischer Kulturarbeit, Bechstein und der Richard Wagner Stiftung.

Ihre enge Zusammenarbeit mit dem renommierten deutschen Komponisten Manfred Trojahn entwickelte sich durch die Uraufführung seines Werkes „Leise Gondeln“ nicht nur zu einer engen Freundschaft, sondern auch zu einer Einspielung seiner „Six Préludes“ in 2015. Regelmäßige Zusammenarbeit mit dem schweizerisch-uruguayischen Pianisten Homero Francesch prägte ihr musikalisches Denken und künstlerisches Verständnis maßgeblich. Weitere musikalische Einflüsse erhielt sie außerdem unter anderem von John Perry, Jacques Rouvier und Michel Beroff.

Seit 2016 studiert sie in der Klavierklasse von Prof. Matthias Kirschnereit an der Hochschule für Musik und Theater in Rostock. Beim Klavier-Festival Ruhr debütierte sie 2017 mit der Uraufführung von Manfred Trojahns Melodram "Verpasste Gelegenheiten".

 
Manfred Trojahn  

Manfred Trojahn studierte zunächst Flöte an den Musikhochschulen in Braunschweig und Hamburg, wo er später auch Kompositionsschüler von Diether de la Motte war. Ende der 70er Jahre hielt er sich als Stipendiat an der Villa Massimo in Rom auf und wohnte einige Zeit in Paris und Hamburg. Seit 1991 ist er Kompositionsprofessor an der Robert-Schumann-Musikhochschule in Düsseldorf.

Von 2004 bis 2006 war er Präsident des Deutschen Komponistenverbandes. Sein gegenwärtiges Schaffen wird vom...

 

Manfred Trojahn studierte zunächst Flöte an den Musikhochschulen in Braunschweig und Hamburg, wo er später auch Kompositionsschüler von Diether de la Motte war. Ende der 70er Jahre hielt er sich als Stipendiat an der Villa Massimo in Rom auf und wohnte einige Zeit in Paris und Hamburg. Seit 1991 ist er Kompositionsprofessor an der Robert-Schumann-Musikhochschule in Düsseldorf.

Von 2004 bis 2006 war er Präsident des Deutschen Komponistenverbandes. Sein gegenwärtiges Schaffen wird vom Bärenreiter-Verlag betreut.

anfred Trojahn hat mit seinem umfangreichen kompositorischen Œuvre, das neben groß dimensionierten Orchesterwerken und Kammermusik vor allem Vokalwerke in unterschiedlichster Besetzung und mehrere abendfüllende Opern umfasst, eine in mehrfacher Hinsicht singuläre Position im Kontext der musikhistorischen Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte bezogen. Trojahn definiert seinen ästhetischen Standort in Abgrenzung von einem verengten und sich mehr und mehr verkrustenden Begriff der musikalischen Avantgarde, wie er sich nach 1945 in den Zentren der Neuen Musik etabliert hat. Demgegenüber vollzieht Trojahn den ästhetischen und kompositorischen Rekurs auf die musikalische Vergangenheit und auf komponierende Vorbilder, sei es die musikalische Moderne der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert oder seien es Komponisten wie Benjamin Britten und Hans Werner Henze. Neben dieser Einbindung in musikhistorische Zusammenhänge bestimmen vor allem biographische Erfahrungen Trojahns Schaffen. Und es ist konsequent, wenn die dezidierte Reflexion über Erlebtes auch immer wieder auf das eigene Komponieren Anwendung findet: Trojahn komponiert selbstreflexiv, gleichsam seriell, so dass Werkgruppen entstehen, die in einem sehr engen strukturellen und inhaltlichen Bezug zueinander stehen. Bei all dem ist es Trojahn um die Überschreitung der Hermetik des Neue-Musik-Alltags zu tun. Die kommunikativen Möglichkeiten einer im emphatischen Sinne zeitgenössischen Musik stehen im Mittelpunkt seines Interesses.

 
Michael Krüger  

Michael Krüger wurde am 9. Dezember 1943 in Wittgendorf/Kreis Zeitz geboren. Nach dem Abitur an einem Berliner Gymnasium absolvierte er eine Verlagsbuchhändler- und Buchdruckerlehre. Daneben besuchte er Veranstaltungen der Philosophischen Fakultät als Gasthörer an der Freien Universität Berlin. In den Jahren von 1962-1965 lebte Michael Krüger als Buchhändler in London. 1966 begann seine Tätigkeit als Literaturkritiker. Zwei Jahre später, 1968, übernahm er die Aufgabe des Verlagslektors im Carl...

 

Michael Krüger wurde am 9. Dezember 1943 in Wittgendorf/Kreis Zeitz geboren. Nach dem Abitur an einem Berliner Gymnasium absolvierte er eine Verlagsbuchhändler- und Buchdruckerlehre. Daneben besuchte er Veranstaltungen der Philosophischen Fakultät als Gasthörer an der Freien Universität Berlin. In den Jahren von 1962-1965 lebte Michael Krüger als Buchhändler in London. 1966 begann seine Tätigkeit als Literaturkritiker. Zwei Jahre später, 1968, übernahm er die Aufgabe des Verlagslektors im Carl Hanser Verlag, dessen Leitung er im Jahre 1986 übernommen hat. Seit 1981 ist er Herausgeber der Literaturzeitschrift Akzente. Im Jahr 1972 veröffentlichte Michael Krüger erstmals Gedichte, und 1984 debütierte er als Erzähler mit dem Band Was tun? Eine altmodische Geschichte. Es folgten zahlreiche weitere Erzählbände, Romane, Editionen und Übersetzungen. Michael Krüger wurde u.a. mit dem Eichendorff-Literaturpreis (2017), dem Joseph-Breitbach-Preis (2010), dem Großen Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste (2004), dem „Prix Medicis Etranger“ (1996) und dem Peter-Huchel-Preis (1986) ausgezeichnet. Er lebt in München.