Friday | 14. July 2017 | 20:00 Uhr

(Gemeinsam mit den Bochumer Symphonikern)

Im Vorverkauf seit 10. November 2016

Mozart, Debussy und Chopin
Menahem Pressler

Bitte beachten Sie die Programmänderung

Menahem Pressler hat sich nach Drucklegung unseres Programmbuches entschieden, einige Werke seines Konzertprogramms auszutauschen. Das aktuelle Programm finden Sie auf dieser Seite.

93-jährige Legende imponierte mit einem wachen Geist  

Es ist selten, wenn der Künstler bei einem Konzert der Älteste im Saal ist. Dann muss es sich um eine Legende handeln. Menahem Pressler ist eine Legende, 93 Jahre alt, mit mehr als 70 Bühnenjahren der dienstälteste Pianist der Welt. Am Freitagabend...

 

Es ist selten, wenn der Künstler bei einem Konzert der Älteste im Saal ist. Dann muss es sich um eine Legende handeln. Menahem Pressler ist eine Legende, 93 Jahre alt, mit mehr als 70 Bühnenjahren der dienstälteste Pianist der Welt. Am Freitagabend gab er im Musikforum Bochum sein Debüt als Solokünstler beim Klavier-Festival Ruhr.

Seine Finger sind noch flink, sein Geist ist wach. "Das Klavier hat meinen Geist gerettet", hat er vor zwei Jahren gesagt, als ihm der "Echo" für sein Lebenswerk, zu dem die Gründung des "Beaux Arts Trio" gehört, verliehen wurde.

Pressler spielt fünf Préludes von Debussy und drei Mazurken sowie eine Ballade von Chopin im zweiten Teil. Sanft klang das; in den weich auf die Tasten gestreichelten Stimmungsbildern hörte man, dass dieser Mann immer große Kunst demonstriert.

Klar geht das in diesem Alter nicht immer makellos über die Bühne. Aber Menahem Pressler ist Routinier genug, um in Händels Chaconne zu Beginn zum Warmspielen und Mozarts Fantasie und Sonate KV 475 kleine Fehler geschickt zu kaschieren. Um im zweiten Teil dann zu zeigen, dass er immer noch ein großer und vor allem ausdruckstarker Pianist ist.

Ovationen im Stehen im ausverkauften Saal für das Lebenswerk einer Legende, die die Strapazen einer solchen Reise zu denen, die ihn lieben, immer noch auf sich nimmt. Und nach mehr als zwei Stunden Programm sogar mit zwei Zugaben dankte: Debussys "Claire de Lune" und einem Intermezzo von Brahms. Es war ein Ereignis, diesen Pianisten live erlebt zu haben.

Ruhrnachrichten, Julia Gaß

 
Einzigartiger Abend mit Menahem Pressler  

Klein ist er, ein hoch betagter Herr, dabei ein wenig zerbrechlich wirkend. Die Beine wollen nicht mehr so recht, so dass der Pianist Menahem Pressler, 93 Jahre alt, von vielen nach wie vor verehrt und bewundert, zu seinem Instrument geführt wird....

 

Klein ist er, ein hoch betagter Herr, dabei ein wenig zerbrechlich wirkend. Die Beine wollen nicht mehr so recht, so dass der Pianist Menahem Pressler, 93 Jahre alt, von vielen nach wie vor verehrt und bewundert, zu seinem Instrument geführt wird. Doch die hellwachen Augen, sein gewinnendes Lächeln zeugen von ungebrochener Vitalität.

Presslers Auftritt beim Klavierfestival Ruhr, im Musikforum Bochum, gleicht einer philosophischen Betrachtung, die tief berührt. Mag auch, hier und da, die manuelle Flexibilität an Grenzen stoßen, ist des Pianisten Sinn für winzige dramatische Nuancen, für die Schönheit ei­nes Klangs phänomenal.

Das Klavier habe seinen Geist gerettet und seinem Leben einen Sinn gegeben, bekannte Pressler einmal. Mit den Eltern floh der gebürtige Magdeburger 1939 vor den Nazis nach Palästina, andere Mitglieder der jüdischen Familie aber kamen im KZ um. Die Musik gab Pressler Halt, auch später in Amerika. Dort gründete er 1955 das Beaux Arts Trio, das Weltruhm erlangen sollte. Bis 2008 bestand es.

Auch in diesem Namen steckt die Schönheit, die Pressler zeitlebens in der Musik zu ergründen sucht. Im Bochumer Konzert findet er sie, im Gewand der Melancholie zumeist, in Mozarts dunkler, schmerzvoller c-moll-Fantasie ebenso wie in den wundersamen Klanggespinsten ei­nes Claude Debussy. Und selbst Chopins Mazurken zeigen sich bei aller rhythmischen Präsenz verschattet, von ernster Art.

Intensität und Ausdruck sind die Schlüsselworte von Presslers Spiel. Er nimmt die Noten zu Hilfe, das gibt ihm Sicherheit. Doch er buchstabiert nicht, er deutet und gewichtet. So kann bei ihm, etwa in Mozarts c-moll-Sonate (Nr. 14), der Wechsel von einem zum nächsten Ton voller Spannung sein. Und so webt der Pianist in das leicht Gefügte dieser Musik, wenn erforderlich, den Zweifel ein.

Dies alles gerät in größter Klarheit. Pressler zelebriert die Schönheit, legt Strukturen frei, macht uns staunen. Dieser Abend ist fürs Publikum, das sich zum Applaus erhebt, ein außerordentliches Erlebnis. Einzigartig, nicht wiederholbar.

WAZ, Martin Schrahn

 
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