Das Programm Archiv Konzert-Archiv 2017 Ausgewähltes Konzert
Freitag | 05. Mai 2017 | 20:00 Uhr

(Gemeinsam mit den Bochumer Symphonikern)

Eröffnungskonzert
Christina und Michelle Naughton
Naughton-Zwillinge begeisterten im Bochumer Musikforum  

Ein Zwillingspaar aus New York City hat für eine wunderbare Eröffnung des Klavierfestivals Ruhr im Bochumer Musikforum gesorgt: Christina und Michelle Naughton steckten mit einem überraschenden Programm die Bandbreite des diesjährigen Mottos "The...

 

Ein Zwillingspaar aus New York City hat für eine wunderbare Eröffnung des Klavierfestivals Ruhr im Bochumer Musikforum gesorgt: Christina und Michelle Naughton steckten mit einem überraschenden Programm die Bandbreite des diesjährigen Mottos "The Americas" ab.

Die Naughtons sind eineiige Zwillinge, und wenn sie zu Beginn an einem Flügel Platz nehmen und vierhändig Mozarts "Fünf Variationen über ein Andante in G-Dur" spielen, dann berührt das auch wegen des Familienbilds: Der junge Mozart hat selbst oft mit Schwester Nannerl am Hammerklavier musiziert.

Die Pianistinnen beeindrucken aber auch zutiefst durch ihre organische Verbundenheit, durch technische Versiertheit, erstaunlich zupackendes und geschwindes Spiel, das leicht klingen lässt, was anspruchsvoll und schwierig ist.

Mit William Bolcoms lateinamerikanischen Tänzen "Recuerdos" und zwei Kompositionen des US-Amerikaners John Adams wagen sie sich weit jenseits die klassische Klavierliteratur: In "Hallelujah Junction für Two Pianos" verbindet Adams die gleichförmigen rhythmischen Patterns aus der Minimal Music mit der Freiheit des Jazz.

Die Naughtons spielen es mit großer Geste, unwiderstehlichem, hypnotischem Groove und brillanten, vibrierenden Läufen in den hohen Lagen.

Das Publikum fordert mit riesigem Applaus noch zwei Zugaben und bekommt Kleinode von Ravel ("Le jardin féerique") und Bach ("Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit").

Schade, dass viele Plätze im eigentlich ausverkauften Musikforum leer blieben, weil geladene Sponsoren fern blieben.

Ruhrnachrichten, Max Florian Kühlem

 
Wenn zwei Schwestern abheben  

Es ist schon einige Zeit her, als Pianisten von Rang und Namen mit profunden Programmen das Klavierfestival eröffneten. Mehr denn je kokettiert Intendant Franz Xaver Ohnesorg inzwischen mit dem Reiz des Neuen, des kaum Bekannten und mit...

 

Es ist schon einige Zeit her, als Pianisten von Rang und Namen mit profunden Programmen das Klavierfestival eröffneten. Mehr denn je kokettiert Intendant Franz Xaver Ohnesorg inzwischen mit dem Reiz des Neuen, des kaum Bekannten und mit Show-Effekten.
Dafür erwiesen sich die Geschwister Christina und Michelle Naughton aus New York als Idealbesetzung und das erst im vergangenen Oktober eröffnete Musikforum Ruhr in Bochum als passender Schauplatz. Amerika und keineswegs nur den USA gilt diesmal der thematische Schwerpunkt. So unbefangen, wie amerikanische Komponisten auf heterogene stilistische Einflüsse reagieren, so unbeschwert halten es die 28-jährigen eineiigen Zwillinge Christina und Michelle Naughton in den Glanz-Kaskaden ihres Spiels.
Es ist zweifellos ein Hochgenuss für Perfektionisten. Und für all jene, die auf Hochglanz poliertem Glitzern Faszinationskraft abgewinnen. So wenig, wie sich die beiden Schwestern äußerlich unterscheiden, so ununterscheidbar wirkt ihr Spiel. Und erstaunlicherweise wirkt sich das auf die Musik aus. Egal, was beide spielen, es glitzert und glänzt in der Bravour artistisch fingerfertiger Bewältigung kompliziertester Strukturen. Etwa bei John Adams.
Der spät berufene 70-jährige Komponist, Nachfahre der ein Jahrzehnt älteren Minimal-Music-Protagonisten Philipp Glass und Steve, stand an diesem Abend im Mittelpunkt. Raffiniert treiben Christina und Michelle Naughton in Adams‘ „Roll over Beethoven“, der Bearbeitung eines Streichquartetts für zwei Klaviere, die rastlose Veränderung von Rhythmik und Harmonik mit furiosen Energieschüben wie irrlichternd aufblitzenden Zitaten aus Beethovens As-Dur-Sonate op. 31 und den Diabelli-Variationen voran, bis eine Phrase nach der anderen abrupt abbricht und die Musik in Fetzen fliegt. Adams‘ „Hallelujah Junction“ löst sich in der Endlos-Schleife wiederholter Akkorde bei allem wogenförmigen Aufbranden nicht vom schlicht Mechanischen.
Paul Schoenfields wild überschäumend swingender vierhändiger „Boogie“ und die launigen lateinamerikanischen Tanz-Arabesken der „Recuerdos“ von William Bolcom rissen das animierte Publikum schon eher mit. Mozarts Fünf Variationen über ein Andante in G-Dur, über die sich ein kaum irritierender Moll-Schatten legt, und Chopins für den Salon komponiertes tänzerisches C-Dur-Rondo für zwei Klaviere ohne poetisches Chopin-Parfum wirken bei den Naughtons im Ausdruck so gleichförmig artifiziell wie die beiden Zugaben, Ravels „Feengarten“ aus „Meine Mutter Gans“ und die von György Kurtág für Klavier bearbeitete Arie „Schafe können sicher weiden“ aus Bachs Jagdkantate.

Recklinghäuser Zeitung, Bernd Aulich

 
Die Naughton-Sisters: Ein perfekt eingespieltes Duo  

Sie wirken auf der Bühne wie zwei Feen, die bereit sind, uns die schönsten musikalischen Wünsche zu erfüllen. Doch mit Zauberei hat der Auftritt der Pianistinnen Christina und Michelle Naughton nichts zu tun. Vielmehr setzen die jungen...

 

Sie wirken auf der Bühne wie zwei Feen, die bereit sind, uns die schönsten musikalischen Wünsche zu erfüllen. Doch mit Zauberei hat der Auftritt der Pianistinnen Christina und Michelle Naughton nichts zu tun. Vielmehr setzen die jungen Zwillingsschwestern bei ih­rem Auftritt im nicht ganz ausverkauften Bochumer Musikzentrum Ruhr auf ihr technisch perfektes Spiel.

Mit Musik von Mozart und Chopin sowie mit (süd)-amerikanischen Klängen von John Adams, Paul Schoenfield und William Bolcom haben sie das nunmehr 29. Klavierfestival Ruhr eröffnet. Die Wahl des Spielorts ist kein Zufall, sondern Referenz an das neue Haus. Mag sein, dass sich das Festival zudem vermehrt seiner Bochumer Wurzeln besinnt. Fest steht, dass dieser Saal, in seiner Behaglichkeit wie das größte Wohnzimmer der Stadt wirkend, allen akustischen Anforderungen des Abends gewachsen ist.

Denn die amerikanischen Pianisten-Schwestern scheuen nicht den dynamischen Knalleffekt. Nichts indes klingt dabei nach Gewalt, eher nach griffiger Dramatik. Und wir staunen: weil die Künstlerinnen ohne Noten spielen, weil sie an den beiden Flügeln bestens miteinander kommunizieren, als hätten sie sich einer fein ausgedachten Choreografie verschrieben. Alles Perfekte und Effektvolle, sichtbar gemacht durch nahezu synchrone Bewegungsabläufe, hinterlässt allerdings auch den Eindruck einer gut geölten, wie am Schnürchen laufenden Maschinerie.

Hinzu kommt die schier gnadenlose Spielfreude des Klavierduos. So werfen sich die Pianistinnen in Mozarts vierhändigen G-Dur-Variationen ohne rechtes Gespür für die Tiefe des Leisen, für den reizvollen Kontrast der moll-Eintrübung. Auch Chopins C-Dur-Rondo für zwei Klaviere perlt als Bravourstück vorüber, und Schoenfields „Boogie“ ist allein geprägt von wilder, gar protziger Virtuosität. Mehr Sinn für wechselnde Charakteristik zeigen die Schwestern immerhin bei den drei lateinamerikanischen Tänzen William Bolcoms.

Amerikanische Musik bildet den Schwerpunkt des diesjährigen Festivals, die Naughton-Sisters haben zwei Stücke von John Adams ins Zentrum gerückt: „Roll over Beethoven“ mit den komplex verwobenen Zitatfragmenten des Klassikers, sowie „Hallelujah Junction“, eine dreiteilige, von Echos geprägte Minimal Music. Nicht gerade leichte Festivalkost, dank spielerischer Perfektion und Effektbetonung aber bleibt das Publikum am Ball. Am Ende gibt es lauten Beifall, wenn auch nicht die große, aus Überwältigung gespeiste Ovation.

WAZ/WR/NRZ, Martin Schrahn

 
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